Vera Crichton starrt einen an, solche Augen kann man kaum aushalten, ihr Blick ist stärker als ihr schlaffes Strickkleid und die Haare bändigen diese Frau auch nicht. Mr. Bede weigert sich dagegen die Augen zu öffnen, sein Krawattenknoten scheint ihn gegen die Wand zu drücken, irgendwo im hinter Teil des Kopfes lacht er einen aus. Sidney Kelly, wahrscheinlich ein Schweiger, mit der Körperspannung eines Klappmesser, die Zigarette lässig am Körper, dass täuscht, so einen sollte man nicht seinen Rücken zu wenden. Ah Chong feine Gesichtszüge und aristokratische Haltung, die linke Hand in der Tasche und rechte Hand an einem Stuhl, der wirkt neben ihn wie ein Thron. Die drei Damen: Mrs. E.Mall, Mrs. D.Morgan und Mrs. Taylor machen das, was sie können, sie zeigen amüsant Haltung, unter Hüten und in den Herzen Koketterie, keiner wird es ihnen austreiben. Fay Watson, kurze Haare mit einem Scheitel mit einer Locke wie ein Enterhaken, da mit lässt sich das Leben fangen, Perlenkette und eine freche Blume auf der Schulter, ein Kleid nach dem letzen Schrei, der Blick nach oben gerichtet, als könnte ihr jemand sonst die Seele klauen. Mr. De Gracy und Mr.Dalton, geht nachts nicht auf die Straße, wenn sie kommen, die gekreuzte Narbe unter Mr. Daltons linkem Auge sollte als Warnung genügen, da ist er nicht blind. Mr.Murray hat sein kräftiges Haar hochgekämmt zu einem Helm, die Nase eines Entdeckers, und dann ist dieser entschlossene Punkt zwischen den Augenbrauen - ein Brunnen voller Gedanken.
Ich könnte so weiter machen, immer weiter. Die Bilder des „Justice & Police Museum“ sind zum Sattsehen schön. Es sind Verbrecher, Tagediebe, Huren, Ausreißer oder Bettler festgehalten von einem Polizeifotografen in den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts. Leider weiß ich nicht wo und wer der Fotograf war.
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